Die Rathaus Apotheke Bern
Im Ratsmanual Nr. 370 des Jahres 1566 heisst es wörtlich: "Questorij
a Grafenried gwalt gebenn und bevolchen, dass husz am scharpff
egg von Houptmann Hanns Frisching säligen erbenn zu der
Statt handen, insonders eines Apothekers vonnung khoufflich zebestehheen."
Unter der Bezeichnung "Deutsche Apotheke" wurde dann
im Jahre 1571 an dieser Stelle wirklich eine Apotheke eröffnet.
Der Standort
Einen besseren Platz für eine Apotheke hätte man
damals kaum finden können. Zwar bestand schon längere
Zeit gleich diagonal gegenüber die "Welsche" Apotheke
im Gegensatz zu der einzurichtenden "Deutschen" Apotheke,
aber dank der zentralen Lage an der Verkehrs- und Marktader
der Stadt brauchte eine neue Apotheke die Konkurrenz kaum
zu fürchten.
An diesem Platz stand während des Landtags der Richtstuhl,
hier wurden die Urteile eröffnet, in früher Zeit
Todesurteile vollstreckt. Hier stand auch der Schandpfahl,
das Halseisen,
in welches man die Delinquenten steckte, die zu Ehrenstrafen
verurteilt worden waren. Aber auch im Alltag stand das Haus
mit der Apotheke nicht verlassen da.
Hier, am Schnittpunkt
zweier
Achsen, pulsierte das städtische Leben besonders kräftig,
lag doch das Haus zwischen Rathaus und Münster, den
Zentren weltlicher und geistlicher Macht und zugleich an
der grossen
Längsachse der Stadt.
An den Markttagen vereinigte sich hier viel Land- und Stadtvolk.
Der Fischmarkt begann just bei der Apotheke; er nahm den Raum
der Kreuz- und der oberen Gerechtigkeitsgasse ein.
Die Geschichte des Hauses
Erster Apotheker war Tschan Monier. Um 1700 liess der Apotheker
und Ratsherr Samuel Wyttenbach durch die Werkmeister Abraham
und Joh. Jakob Dünz das heutige Haus erstellen. Von 1764
bis 1836 waren Vater Abraham und Sohn Carl Friedrich Morell Besitzer
dieses Hauses und der Apotheke.
Die bisher aus zwei getrennten
Häusern bestehende Liegenschaft wurde durch Umbau
im Jahr 1824 vereinigt. Aus jener Zeit stammt die Holzarchitektur
in
der Laube und im Innern, wie auch das Palladiomotiv gegen
die Kreuzgasse.
1953 gingen die Liegenschaft an die Gesellschaft
zu Zimmerleuten und die Apotheke an die Firma H.U. Neuenschwander
AG über.
Die Apotheke heute
1994 übernahm Dr. Stefan Fritz die Apotheke
und wagte sich Anfang 2005 an den Umbau der Drogerieabteilung;
Alt und Neu harmonieren in einer kühnen aber schönen
Kombination.
Das eigene kleine Museum der Apotheke bietet jeweils mit verschiedenen,
themenbezogenen Ausstellungen einen interessanten Einblick.
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